„Der schwerste Schritt ist oft der über die eigene Schwelle, dahinter wartet neues Leben“
-Verfasser unbekannt-
CRAFT "Das Community Reinforcement - basierte Familientraining"
CRAFT-Angehörigenbegleitung bei Suchterkrankungen
Ein Gedanke, der mir besonders wichtig ist: Das Thema Sucht ist in unserer Gesellschaft leider immer noch stark schambesetzt. Gerade Eltern von betroffenen Kindern oder Jugendlichen, aber auch Partner und andere Angehörige, fühlen sich oft schuldig, isoliert oder haben Angst vor Verurteilung. Aus diesem Grund trauen sich viele Betroffene jahrelang nicht - Hilfe zu suchen oder das Problem überhaupt anzusprechen.
Ich möchte Sie von Herzen ermutigen: Brechen Sie das Schweigen für sich selbst. In meiner Praxis gibt es keinen Platz für Vorwürfe oder Schuldzuweisungen – sondern einen absolut geschützten, vertraulichen Raum, in dem wir gemeinsam und ohne Scham über alles sprechen können. Den ersten Schritt zu gehen erfordert Mut, aber er ist der Weg zurück zu Ihrer eigenen Kraft.
Wenn ein nahestehender Mensch von einer Suchterkrankung betroffen ist, leidet die ganze Familie und das Umfeld mit. Oft dreht sich im Alltag alles nur noch um die betroffene Person, während die eigenen Bedürfnisse, Sorgen und Ängste der Angehörigen aus dem Blick geraten.
Neben der klassischen therapeutischen Begleitung biete ich in meiner Praxis einen ganz besonderen Schwerpunkt an: Ich habe mich im CRAFT-Programm bei Dr. Gallus Bischof weitergebildet und begleite Sie auf dieser Basis als Heilpraktikerin für Psychotherapie.
Was ist das CRAFT-Programm?
CRAFT steht für Community Reinforcement Approach und Familientraining. Ein wissenschaftlich fundiertes Begleitangebot für Eltern, Freunde, Angehörige und Partner, um die eigene Lebensqualität aktiv zu fördern, positive Veränderungen im Alltag anzustoßen und neue, stärkende Handlungswege zu entdecken.
- Selbstständige Mitarbeit: Das Besondere an CRAFT ist, dass Sie das Programm für sich durchführen. Der betroffene nahestehende Mensch muss weder zustimmen noch zu den Terminen mitkommen. Sie allein entscheiden, für sich etwas zu verändern.
- Wie sieht die Begleitung aus? Wir arbeiten in strukturierten Einheiten (Bausteinen) zusammen. Sie lernen dabei praktische Fähigkeiten für den Alltag : Wie Sie das Suchtverhalten besser verstehen , wie Sie sich gesund abgrenzen, die Kommunikation verändern und suchtfreies Verhalten positiv unterstützen.
- Ablauf & Sitzungen: Das Programm ist flexibel und lösungsorientiert. Nach einer ausführlichen Analyse Ihrer Situation erlernen Sie die Schritte - Schritt für Schritt in individuellen Sitzungen.
- Die drei großen Ziele von CRAFT:
- Ihre Lebensqualität verbessern: Weniger Sorgen, Wut und Ängste spüren und zwar unabhängig davon, ob der Betroffene was ändert oder nicht.
- Den Suchtkonsum reduzieren: Durch die Veränderung der Kommunikation und des Umgangs mit der Suchterkrankung können neue Dynamiken entstehen, die den Weg zu einer Veränderung beim Betroffenen unterstützen können.
- Motivation zur Behandlung: Ein Ziel des CRAFT-Programms ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass betroffene Menschen eher bereit sind, professionelle Hilfe anzunehmen.
Bei CRAFT geht es nicht darum, den Betroffenen fallen zu lassen, mit Vorwürfen anzugreifen oder ständig zu streiten. Es geht darum, dass Sie wieder Kraft schöpfen und durch Ihre eigene Verhaltensänderung positive Veränderungen im gesamten Familiensystem anstoßen.
Dieses Angebot dient der Begleitung, Stärkung und Krisenbewältigung für Angehörige. Es ersetzt keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung der Teilnehmenden, bei schweren eigenen psychischen Belastungen. Sprechen Sie mich hierzu gerne an.
Ein wichtiger Hinweis zu unserem gemeinsamen Weg:
Mir ist eine ehrliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe sehr wichtig. CRAFT ist zwar eine gut evaluierte Methode, aber wie bei jeder psychologischen Begleitung gibt es auch hier kein Heilversprechen und keine Erfolgsgarantie. Der Weg aus einer Abhängigkeit ist ein oft langwieriger Prozess. Ob das Training zum gewünschten Ziel führt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
Und doch zeigt die Erfahrung: Das Training ist jeden Versuch wert. Selbst wenn der Betroffene Zeit braucht – Sie verändern damit Ihr System und gewinnen ein großes Stück eigener Lebensqualität zurück.
Wenn Sie sich Unterstützung wünschen oder Fragen zum Ablauf haben, melden Sie sich sehr gerne bei mir. Wir besprechen Ihre Situation ganz vertraulich.
Es ist kein Egoismus, gut für sich zu sorgen – es ist die Voraussetzung, um überhaupt da sein zu können.
